Cyrill Schürch „Etüden für Klavier“

Cyrill Schürch (*1974): Etüden für Klavier (2006)
1. „Kreise“ Vivace
2. „Spiegel“ Deciso
3. „Snake“ Presto
4. „Auf und zu“ Cantabile
5. „Ringel, ringel…“ Andante
6. „Toccatina“ Con fuoco

Schwierige Etüden haben eine lange Tradition. Bereits Liszt und Brahms verlangen nahezu zusätzliche Finger und Spannweiten. Das Prinzip wurde später noch erweitert, Cyrill scheint da nun mit sieben oder acht Fingern zu rechnen, dazu Hände, die monströse Griffe locker bewältigen können oder sollten.
Bekanntermassen spiele ich gerne und oft moderne Musik. Obschon unser Instrument die grösste und reichhaltigste Literatur hat, ist ein gutes neues Klavierstück die seltene Ausnahme. Die 88 Tasten mit dem gleichmässig austarierten Klang lassen Plumpes (glücklicherweise) genauso banal erscheinen, wie es ist.
Umso grösser meine Freude, wenn ich ein frisches Heft in die Finger bekomme, das genauso pianistisch herausfordernd wie musikalisch interessant ist. Hoffentlich wird Cyrills Etüdenzyklus seinen Weg in die Konzertsäle finden. Wenn irgendetwas in der Kunst einer Auffrischung Bedarf, so ist es wohl die Klaviermusik – und noch mehr ihre Interpreten.

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